Mein Senf zu: Unshame
Sei gegrüßt.
Ich folge Louisa Dellert schon lange auf Instagram. Als sie ankündigte, dass ihr neues Buch nun vorbestellbar sei, habe ich das sofort getan. Praktisch, wenn mensch das einfach auf der Arbeit tun kann ^^‘
Tatsächlich habe ich es aber dann sogar noch etwas vor Erscheinen als digitales Leseexemplar erhalten – Dank an Netgalley und den Verlag für’s Einstellen!
Jetzt wo es offiziell erschienen ist, kann ich dir darüber berichten…
Allgemeine Infos
Vor dem Spiegel beginnt für viele der tägliche Kampf: zu dick, zu schlaff, zu faltig, zu unperfekt. Als ehemalige Fitnessinfluencerin kennt Louisa Dellert diesen Blick auf den eigenen Körper. Lange war sie selbst gefangen in Vergleichen und mit der ständigen Frage beschäftigt: Bin ich schön genug? In ihrem Buch will sie herausfinden, wie wir aus diesem Teufelskreis ausbrechen und endlich Frieden mit unserem Körper schließen können.
Wer verdient eigentlich an unserem schlechten Körpergefühl? Und wer entscheidet, welcher Körper „zu viel“ ist? Louisa Dellert begibt sich auf eine Reise durch ihr eigenes Körperbild und schaut sich dabei die perfiden Mechanismen an, mit denen Schönheitsindustrie und Patriarchat Frauen systematisch verunsichern. Mit schonungsloser Ehrlichkeit und Empathie versucht sie zu verstehen, wie absurde Schönheitsnormen entstehen und warum Männer anders bewertet werden als Frauen. Ihr Buch ist der Versuch, den eigenen Körper endlich als das zu sehen, was er ist: ein Zuhause. Persönlich, aufklärerisch und voller Hoffnung: Ein Buch, das umarmt – und das System beleuchtet, das uns krank macht.
| Titel | Unshame |
| Untertitel | Wie wir uns von Idealen befreien und den weiblichen Körper wertschätzen |
| Originaltitel | – |
| Autor*in | Dellert, Louisa |
| Illustrationen von | – |
| Übersetzung | – |
| Verlag | Ullstein Allegria |
| ISBN | 978-3-7934-0095-0 |
| Seiten | 304 |
| Erscheinungsdatum | 25.06.2026 |
| Preis | 18,99 € |
Mein Senf
Du bist nicht das Problem. Dein Aussehen ist nicht das Problem, das war es nie. Sondern unsere Gesellschaft ist das Problem. Die patriarchalen Strukturen, in denen ein Frauenkörper ständig bewertet, kontrolliert, diskriminiert, sexualisiert und kommentiert wird. Die sind das Problem.
– aus dem Vorwort von „Umshame“ von Louisa Dellert
Ich kenne keine Frau, die nicht in irgendeiner Art und Weise bestimmten Schönheitsidealen nach eifert. Und sei es nur, sich die Beine zu rasieren, obwohl mensch dazu gerade eigentlich keine Lust hat. Ja, auch das Aussehen von Männern wird kommentiert und nach Idealen bewertet, aber niemals im gleichen Maße wie Frauen.
Warum das so ist, woher das kommt und was das mit uns macht, darüber schreibt Louisa in ihrem Buch „Unsahme“.
„Unsahme“ ist dabei kein Ratgeber, durch den du nach der Lektüre deinen Körper bedingungslos liebst (bzw. lieben sollst). Es ist ein Sachbuch, das dazu führt, dass du patriarchale und gesellschaftliche Mechanismen verstehst und deswegen vielleicht ein kleines bisschen Rücksichtsvoller mit dir selbst bist. Mehr kann mensch von einem Buch auch gar nicht erwarten, denn das Verlernen von Verhaltens- und Denkmustern ist ein anstrengender und zeitaufwändiger Prozess.
Ich liebe Louisas Buch gerade dafür, dass es eben nicht versucht, etwas zu sein, was es nicht sein kann: Ein Heilsbringer.
In insgesamt 15 Kapiteln – plus Vor- und Nachwort, Anhang etc. – geht die Autorin auf verschiedene Aspekte den weiblichen Körper betreffend (z.B. Gewicht, Brust, Genitalbereich), auf Intersektionalität (also dem Zusammenspiel verschiedene Diskriminierungsformen wie Rassismus, Klassismus und Frauenfeindlichkeit) sowie auf verschiedene „Ursachen“ für Schönheitsideale (allen voran das Patriarchat und der Kapitalismus) ein.
Die Kapitel sind dabei kurz gehalten und trotzdem informativ und gut recherchiert geschrieben. Außerdem auch nicht zu trocken.
Somit erfüllt „Unshame“ schon so ziemlich all meine Anforderungen an ein gutes Sachbuch.
Am Ende hat Dellert auch eine Inspirationsliste zusammen gestellt, die dabei helfen kann den eigenen Social Media Fees diverser zu gestalten. Denn wir können unsere Vorurteile abbauen und unsere Vorstellungen von Schönheit modifizieren, indem wir unsere Sehgewohnheiten ändern – abgesehen davon, dass mensch beim Blick über den Tellerrand immer etwas lernen kann.
Ich gebe zu: Für mich war sicherlich vieles nicht neu, was ich in „Unshame“ gelesen habe. Mir hat das Buch aber geholfen die Zusammenhänge zu erkennen und mein Wissen mehr in einen Kontext zu setzen. Und wie gesagt: Es ist nicht so, dass ich mich jetzt jederzeit bedingungslos lieben und schön finden würde, aber ich verstehe jetzt noch besser, was hinter Schönheitsidealen steckt. Manchmal fällt es mir daher leichter einfach mal drauf zu pfeifen. Und das passt zu keiner Jahreszeit besser als im Sommer ;-)
Ein letzter Kommentar noch: Louisa schreibt irgendwo davon, was es mit ihrem Körperbild macht, in die Sauna zu gehen.
Ich kann jedes einzelne Wort davon unterschreiben. Nichts hat mich jemals so sehr mit meinem eigenen Körper versöhnt, wie eine Vielfalt an nackten Körpern live zu sehen.
Deine
Marina
(DarkFairy)

