Mein Senf zu: Homebody

Sei gegrüßt.

Seit einer gefühlten Ewigkeit dümpelt ein eBook auf meinem eReader rum. Gut, um ehrlich zu sein, dümpeln da hunderte ungelesen herum, aber es geht mir um ein bestimmtes. Ich wollte es wirklich gerne lesen, aber Comics lese ich dann doch immer lieber gedruckt. Als ich dann vergangenes Wochenende in der Stadtbibliothek über eben jenen Titel stolperte, dachte ich: „Na das ist doch die Chance. Ein Zeichen sozusagen.“

Allgemeine Infos

InhaltsangabeEckdatenAutor*in
Cover der Graphic Novel "Homebody"Hallo! Ich bin Theo. Ich mag Katzen, Rollenspiele… und ich bin trans und nichtbinär.

Am Anfang heißt Theo noch nicht Theo. Sondern weiß nur, da stimmt was nicht. Mädchenkleider fühlen sich an wie Maskerade. Ein maskulines Kostüm für die Comic Con ist irgendwie echter. Aber ist das alles nur eine Frage der Kleidung?

Klappentext
Titel Homebody
Untertitel Was es heißt, ich selbst zu sein
Originaltitel Homebody
Autor*in Theo Parish
Illustrationen von Theo Parish
Übersetzung Sandra Knuffinke & Jessika Komina
Verlag Loewe
ISBN 978-3-7432-1802-4
Seiten 224
Erscheinungsdatum 09.10.2024
Preis 20,- €
Stand: 21.03.26, 17:24 Uhr
Theo Parish ist Autor*in und Illustrator*in und lebt mit drei Katzen in Norwich. Theos Arbeit ist inspiriert von der Liebe zur Fantasie und den Erfahrungen, sich als queere und neurodivergente Person durch die Welt zu bewegen. Theo liebt Tabletop-Rollenspiele, baut gerne Kissenburgen und freundet sich mit den Katzen der Nachbarschaft an.

Verlagsangabe online; Stand: 21.03.26, 17:26 Uhr

Das Neopronomen sier (Verschmelzung von sie und er) ist ein geschlechtsneutrales Personalpronomen für nicht-binäre Personen.

Deklination von „sier“ (nach Illi Anna Heger):

  • Nominativ (Wer/Was?): sier
  • Genitiv (Wessen?): sies (oder sieser)
  • Dativ (Wem?): siem
  • Akkusativ (Wen/Was?): sien (oder sieser)

Mein Senf

Unser aller Zuhause ist vor allem anderen und zuallererst unser eigener Körper. Was genau das bedeutet und v.a. was es bedeutet, wenn mensch sich dort nicht zuhause fühlt, zeigt Theo Parish in sies Comicbuch.

In unserer Kindheit werden uns meist etwas mehr Freiheiten zugestanden, auch wenn gesellschaftliche Erwartungen und Schubladen schon immer früher zum Tragen kommen. Je älter wir werden, desto mehr Erwartungen werden an uns – unsere Rolle, unser Geschlecht – gestellt, da ist es dann gar nicht mehr so einfach, zu sich selbst zu stehen. Das ist für jeden schwer, aber für queere Menschen ist es ungleich schwerer als für hetero-cis Menschen. Sie passen nicht mal in die „einfachste Schublade“.

Authentisch zu sein in einer Welt, die keine Gelegenheit auslässt dich mit Gewalt in irgendeine Schublade zu pressen ist ein Akt purer Selbstliebe. Aufzublühen in einer Welt in der alles und jeder gegen dich zu sein scheint ist ein Akt purer Selbstachtung.

– Theo Parish: Homebody

Parish erzählt sehr authentisch, ehrlich und nahbar von sies eigenem Werdegang. Davon wie sier versuchte sich anzupassen, wie sier nach und nach Worte dafür fand, was sier empfand und schließlich sies eigenes wahres Ich fand.

In einem kurzweiligen und unterhaltsamen Comic legt Parish für jeden nachvollziehbar und leicht erkennbar dar, dass mensch nicht einfach morgens wach wird und entscheidet, jetzt trans zu sein. Das es ein langer Prozess ist, sich selbst zu finden.

Das Comicbuch kann zu mehr Verständnis, aber auch zu mehr Sichbarkeit führen. Es ist ermutigend und aufbauend.

Es gibt nicht die eine Art, trans zu sein. Genauso wenig wie die eine Art, cis zu sein. Wir alle sind auf der Suche nach unserem Platz auf dieser Welt.

– Theo Parish: Homebody

Der Zeichenstil gefällt mir persönlich unfassbar gut. Was genau es ist, kann ich gar nicht benennen, aber das muss ich auch nicht können.
Mir gefällt außerdem, dass der Comic in den Farben der trans-Prideflagge – blau, rosa, weiß – gestaltet ist.

Alles in allem, ist „Homebody“ ein toller Comic, den sehr viele Menschen lesen sollten.
Eine Herzensempfehlung meinerseits!

Deine
Marina
(DarkFairy)

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