Mein Senf zu: Come out, come out

Sei gegrüßt.

Der Augtober – ähm August *hüstel* – ist quasi vorbei. Summerween geht damit zu Ende und wir starten nächste Woche endlich (!!!) offiziell in die Spooky Season. Letzten Dezember erschien ein Buch, dass ich mir extra bis jetzt aufgehoben habe, um es zeitlich passend und meine Themen mit meinem halloweenigen Wesen kombinierend, vorstellen zu können.

Allgemeine Infos

InhaltsangabeEckdatenAutor*in
Cover des Buches "Come out, come out"Für Fern, Jaq und Mallory war es aufgrund ihrer Queerness nie sicher, sie selbst zu sein. Verbunden durch ihr gemeinsames Schicksal, fanden die drei regelmäßig in einem alten verlassenen Haus in den Tiefen des Waldes Zuflucht. Was ihnen eigentlich Schutz bieten sollte, stellt sich jedoch als trügerisch heraus, denn eines Nachts kommen nur zwei von ihnen heil aus dem Wald zurück. Jaq und Fern erinnern sich an nichts mehr – und von Mallory fehlt jede Spur.

Fünf Jahre später stehen die beiden, Jaq und Fern, kurz vor ihrem Abschluss, scheinbar glücklich angepasst an die Erwartungen der Gesellschaft – bis der Geist Mallorys sie heimsucht und die zwei alles, was sie über sich und ihr Leben zu wissen glauben, infrage stellen. Doch mit jedem Schritt näher an die Wahrheit kommen sie dem düsteren Geheimnis des Waldes immer näher …

Klappentext
Titel Come out, come out
Untertitel
Originaltitel Come out, come out
Autor*in Parker, Natalie C.
Illustrationen von
Übersetzung Dünninger, Veronika
Verlag Lago
ISBN 978-3-95761-250-2
Seiten 368
Erscheinungsdatum 10.12.2024
Preis 16,- €
Stand: 13.08.25, 20:17 Uhr
Natalie C. Parker ist die Autorin der Southern-Gothic-Dilogie »Beware The Wild«/»Behold the Bones« und der »Seafire«-Trilogie. Sie hat einen Abschluss in Englischer Literatur und Women Studies. Heute arbeitet sie in der Hochschulbildung. Die selbst ernannte Amateur-Cellistin lebt in Lawrence, Kansas, verbrachte aber ihre Sommer als Kind bei ihren Großeltern im Süden von Mississippi.

Verlagsangabe online (Stand: 13.08.25, 20:20 Uhr)

Mein Senf

Entschuldigung bitte? Ein queerer Horrorroman? Den musste ich ja wohl lesen – und ich wurde nicht enttäuscht. Das Ganze ist dabei immer noch ein Jugendbuch – ich würde es so ab 14 Jahren empfehlen – der Horror ist also aushaltbar.
Allerdings ist das ja immer eine Frage der eigenen Persönlichkeit, Vorlieben und Grenzen. Hilfreich ist es definitiv vorm Kauf den, der Geschichte vorangestellten, Brief der Autorin zu lesen.

Parker schafft es ganz unnachahmlich fiktiven Horror mit realem Horror zu verbinden. Die Übergänge dazwischen sind fließend und machen die Geschichte noch um einiges gruseliger. Aber eben auf eine andere Art als es Geschichten von Geistern oder ähnlichem je könnten.
In dem erwähnten Brief schreibt sie von „[…] jener Art Nervenkitzel, den ich genieße, wenn ein Teil von mir weiß, dass etwas mich wohl kaum ernsthaft verletzen wird.“ Ich verstehe was sie meint, denn auch ich lese wegen diesem Nervenkitzel gerne Horrorromane. Der reale Horror aber ist dunkler, bedrohlicher und vor allem eben echt. Vielleicht nicht für mich, nicht für jede*n aber eben für einige und das ist schlimm genug. Die Rede ist z.B. von Homophobie, religiösem Extremismus und Gender-Dysphorie.

Die Geschichte ist überwiegend abwechselnd aus zwei Perspektiven erzählt: Der von Jaq und der von Fern. Ergänzend kommen ein paar Kapitel aus Sicht von Mallory hinzu, wenn es um die Vergangenheit geht. Die Geschehnisse nähren sich immer weiter an, sodass nach und nach klar wird, was damals passiert ist und wie die Geschehnisse das Heute beeinflussen.
Sowohl Jaq als auch Fern mochte ich gerne, wobei Fern doch noch etwas weiter vorne lag. Jaq ist sehr beherrscht von ihrer Angst und bleibt ein bisschen substanzloser als Fern, in meinen Augen. Allerdings sind es auch zwei verschiedene (durchaus nachvollziehbare!) Herangehensweisen an die Geschehnisse: Verdrängen und zurück wollen vs. annehmen und genießen. Beide sind auf eine bestimmte Art queer, die ich hier jetzt aber noch nicht verraten möchte. Aber ich mag die Repräsentationen – v.a. auch hier wieder Fern, da sie eher seltener vorkommt.

Die Geschichte war spannend und zog mich direkt in ihren Bann. Ich mochte die Figuren und die Erzählweise sehr. Das Ganze ließ sich so weg lesen.
An der ein oder anderen Stelle wurde es vielleicht ein kleines bisschen vorhersehbar, aber ich habe es nie genau so erwartet, wie es dann kam. Entsprechend ist das für mich okay, ich erwarte nicht dass Autor*innen das Rad neu erfinden und möchte ja auch zu einem gewissen Grad genau das – wissen was für eine Art Geschichte mich erwartet.
Ich wurde wütend, habe mich gefreut und vielleicht auch das ein oder andere Tränchen verdrückt. Am Ende befürchtete ich schon eine Enttäuschung, weil nur noch so wenig Seiten übrig waren, aber Parker schafft es die Geschichte und die Handlungsstränge zufriedenstellend aufzulösen bzw. zu beenden.

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen! Ich habe überhaupt nichts zu meckern und große Lust mehr von Natalie C. Parker zu lesen.

Deine
Marina
(DarkFairy)

Ich habe das Buch vom Verlag in meiner Funktion als Buchhändlerin als Leseexemplar erhalten. Die Rezension war nicht verpflichtend (sonst hätte ich auch nicht so lange warten dürfen ;-) ) und gibt natürlich meine ehrliche Meinung wieder.
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