Mein Senf zu: People Pleaser
Sei gegrüßt.
Letztes Jahr etwa um die gleiche Zeit, also im Juni (ja während ich das tippe ist noch Juni), habe ich „Kanak Kids“ von Anna Dimitrova gelesen und geliebt. Kein Wunder also, dass ich auch ihren zweiten Jugendroman „People Pleaser“ unbedingt lesen wollte. Er erschien bereits im März, aber erst jetzt habe ich mich drauf gestürzt.
Allgemeine Infos
Nina ist die selbst ernannte Therapeutin ihrer Freundesgruppe. Egal, was die anderen für ein Problem haben: Nina kann es mit einem Deeptalk lösen! Oder zumindest konnte sie das. Schon seit einer Weile macht ihre beste Freundin Teo eine schwere Zeit durch, möchte sich aber partout nicht helfen lassen. Als dann auch noch Aleks als wandelnde „Red Flag“ in ihre Klasse kommt und Teo sich sofort schockverliebt, bleibt Nina keine andere Option: Sie muss Aleks therapieren und zum perfekten Boyfriend machen, bevor sich Teo auf ihn einlässt. Doch hinter Aleks‘ taffer Gym-Bro-Fassade steckt mehr, als Nina ahnt…
| Titel | People Pleaser |
| Untertitel | Eine für alle und alle für sich |
| Originaltitel | – |
| Autor*in | Anna Dimitrova |
| Illustrationen von | – |
| Übersetzung | – |
| Verlag | Arctis Verlag |
| ISBN | 978-3-03880-097-2 |
| Seiten | 368 |
| Erscheinungsdatum | 12.03.25 |
| Preis | 18,- € |
Mein Senf
Es war die absolut richtige Entscheidung, das Buch zu lesen! Dimitrova schreibt einfach richtig gut.
Ich kann in ihre Bücher richtig eintauchen, ich bin dabei. Das passiert in der Form sonst meist nur bei Fantasy.
Die Figuren sind nahbar und haben Tiefe. Jede*r hat so seine eigenen Probleme. Nina ist zugleich nachvollziehbar als auch anstrengend, wodurch dann eben die Sichtweise ihrer besten Freundin Teo nachvollziehbar wird. Es ist einfach, als würden hier wirklich echte Menschen beschrieben, nicht einfach nur ausgedachte Figuren.
„People Pleaser“ ist eine coole, moderne Geschichte über Freundschaft und (Liebes-)Beziehungen, aber eben auch über Mental Health und toxische Männlichkeit.
Es geht sehr viel darum, welchen Einfluss unsere Kultur, unsere Erziehung und auch die Gesellschaft auf uns hat, ohne dass das das Hauptthema wäre. Hauptthema sind in erster Linie die mentalen Probleme und deren Auswirkung auf die verschiedenen Beziehungen.
Es ist eine Reise zur Erkenntnis, dass überhaupt ein Problem vorliegt – vor allem eben für Nina. Die anderen sind sich ihrer Probleme schon bewusst. Es wird deutlich, wie wichtig es ist, für sich selbst da zu sein, gut zu sich selbst zu sein. Nur dann kann mensch auch wirklich für andere da sein.
Auch die Verteilung von Mental Load innerhalb von Familien spielt eine wichtige Rolle.
Mir gefällt besonders der Part mit Alex: Es ist wichtig zu erkennen, was toxische Männlichkeitsbilder und patriarchale Erwartungen gerade auch Männern antun können. Das Patriarchat schadet nämlich nicht nur Frauen und queeren Personen sondern eben auch Männern. Besonders im Bereich mentaler Gesundheit.
Die äußerst positive Darstellung von Therapie sowie die Normalisierung derselben sind wichtig und richtig. Noch immer ist das ein Tabuthema, dabei ist es so wichtig, dass mensch sich Hilfe sucht, wenn er sie braucht, ohne dafür stigmatisiert zu werden.
Aber neben all diesen wunderbaren und wichtigen Aspekten ist „People Pleaser“ einfach nur ein richtig, richtig gutes Jugendbuch. Ich habe Rotz und Wasser geheult und habe gelacht. Ich habe die Gefühle mit gefühlt. Das Buch hat innerhalb weniger Seiten gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Gehört auf jeden Fall zu meinen Jahres-Highlights, das weiß ich jetzt schon!
Deine
Marina
(DarkFairy)

